STAGE UPSTAGE UP TeilnehmerStart-Up Stories
Zurück

«Plastik hat einige Vorteile, nur sollte es nicht in der Natur landen»

28. März 2022 – Mirjam Viviani

Das Start-up Capt’n Greenfin revolutioniert den Fischköder und ersetzt die handelsüblichen Plastikköder mit einem umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Material. Das Potenzial dieser Geschäftsidee ist riesig. Bis zu 15 Tonnen Plastik und andere toxische Stoffe landen jedes Jahr durch Köderverluste in unseren Schweizer Gewässern, schätzt das Jungunternehmen.

Jonas Urwyler ist mit dem Fischen aufgewachsen. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als auf dem See die Natur zu geniessen, abzuschalten und mit etwas Glück einen Fisch zu fangen. Spinnfischern (so bezeichnet man die gängigste Fischermethode für Speisefische wie Egli, Hecht, Zander und Forelle) stehen heute jedoch kaum Alternativen zu Plastikködern zur Verfügung. Verschiedene Anbieter sind sich der Problematik bewusst und versuchen ihre Köder nachhaltiger aussehen zu lassen als sie es sind. Fakt ist, alle herkömmlichen Gummiköder sind aus einem Plastik und enthalten teilweise auch noch giftige Stoffe. Plastik hat durchaus einige Vorteile: Es ist günstiger und auch in der Logistik einfacher zu handhaben als das neu entwickelte Material des Start-ups Capt’n Greenfin. Aber es gehört nicht in unsere Gewässer. Da es momentan keine Alternativprodukte gibt, haben die grossen Hersteller keinen Anreiz etwas umzustellen.

Hier setzen die Jungunternehmer*innen Jonas und Damian Urwyler, Olivia Bolliger und Serge Bart des Start-ups Capt’n Greenfin mit ihren Ködern aus einem neu entwickelten Material an. Sie haben für sich eine Marktnische entdeckt und sind dabei, ihr Produkt zu validieren:

«In den nächsten Tagen werden wir eine Webseite aufschalten, um zu schauen, ob die Fischer unsere Köder auch kaufen würden. Ziel ist es, diesen Sommer unser Material zusammen mit Testfischern zu perfektionieren, damit wir dann skalieren können. Wir sind auch daran weitere Köderarten nachhaltig zu revolutionieren.»

Der Aufbau eines Start-ups ist ein Hochleistungssport: Während in der ersten Phase unendlich viele Arbeitsstunden anfallen, fliesst kein einziger Franken Gewinn zurück. «Ja, es sind lange Tage», bestätigt Jonas Urwyler. Als er noch 100% angestellt war, hat er die Geschäftsidee an den Wochenenden weiterverfolgt. Mittlerweile hat Jonas seinen Job gekündet, finanziert aber (noch) alles selbst.

«Als Lohn gibt es momentan nur die Gewissheit etwas Gutes zu tun und die motivierenden Worte aus unserem Umfeld.»

Die intrinsische Motivation und Überzeugung an der Sache machen aber vieles wieder wett und bewirken, dass sich der Aufbau von Capt’n Greenfin nicht wie «arbeiten» anfühlt. Wir wünschen den nachhaltigen Fischkenner*innen alles Gute und freuen uns, dass ihr bei STAGE UP mit dabei seid.