Wer wir sind

Das Entrepreneurship Center (EC) dient als Dialogplattform für Studierende, Unternehmerpersönlichkeiten und die Öffentlichkeit.
Im Bereich Weiterbildung entwickeln wir Angebote auf universitärem Niveau. Personen, die sich auf Entrepreneurship in bestehenden Organisationen spezialisieren wollen, und (zukünftige) UnternehmerInnen sind gleichermassen angesprochen.

Im Bereich Outreach bieten wir Veranstaltungen zur Vernetzung und Weiterentwicklung von unternehmerischen Personen und Projekten. Insbesondere der Berner Business Creation Wettbewerb sowie der Berner Start-up Evening dienen der Verbindung zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft.
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In’s Weekend mit – Luc Jaggi, Ideeninitiator von Mein Baumhaus

Luc Jaggi (links im Bild) träumte als kleiner Junge von seinem eigenen Baumhaus – anders als viele andere Kinder hatte er Glück und konnte seinen Traum verwirklichen. Aufgrund fehlendem Fachwissen der Eltern und zu wenig Zeit bleibt dieser Wunsch jedoch nach wie vor auch heute noch für viele Kinder unerfüllt. Jahre später trifft Luc Jaggi auf Florian Jampen, und die Idee zu Mein Baumhaus entsteht. Mein Baumhaus bietet die Errichtung von Baumhäusern, von der ausschliesslichen Lieferung des Materials bis hin zur Gesamterrichtung inklusive Mitbaumöglichkeit für den Kunden, als Dienstleistung an. Seitdem die jungen Unternehmer mit Mein Baumhaus am diesjährigen Berner Business Creation Wettbewerb die Auszeichnung Best Idea 2016 gewonnen haben, ist für sie klar: gemeinsam wollen sie Kinderaugen wieder zum Leuchten bringen!

 

 

  • Was für eine Geschichte steckt hinter Mein Baumhaus, wie kam es zur Idee?

Ich träumte schon als kleiner Junge von meinem eigenen Baumhaus. Alle Voraussetzungen waren eigentlich dafür da: wir hatten einen grossen Garten und ein Baum stand auch da. Das schwierige war aber, jemanden zu finden, der so ein Baumhaus bauen konnte und das nötige Fachwissen dafür hat! Als es dann nach langer Suche doch noch geklappt hat, war ich überglücklich, endlich hatte ich mein eigenes kleines Reich, mein Rückzugsort an dem ich mich ausleben konnte, ohne Regeln der Erwachsenen. Das war toll! Zurzeit absolviere ich meine Lehre als Schreiner und musste feststellen, dass es noch immer keinen gibt, der sich auf das Bauen von Baumhäuser spezialisiert hat oder überhaupt anbietet. Als ich dann auf meinen Kollegen Florian Jampen (BWL Student) aus der Startup-Szene traf, war für uns schnell klar: dem wollen wir nachgehen! Sein Wunsch nach einem Baumhaus blieb immer unerfüllt: den Eltern fehlte einfach das Fachwissen und die Zeit dafür. Das ist mehr als Schade und soll kein Grund mehr sein, warum Kinder auf ein Baumhaus verzichten müssen.

 

  • Was waren oder sind die grössten Hürden in der Unternehmerszene für Mein Baumhaus?

Da gibt es verschiedene Aspekte, zum einen sind da zuerst die formellen Hürden: die gesetzlichen Vorschriften und Haftungsfragen sind in der Schweiz sehr streng und spezifisch. Wenn ich privat ein Baumhaus baue, fragt niemand gross danach. Wenn ich das Ganze aber gewerblich angehen möchte, muss ich mich mit Baubewilligungen und Sicherheitsbestimmungen auseinandersetzen – in welchem Ausmass ist noch nicht ganz klar, das Bauinspektorat Bern will zuerst unsere Pläne prüfen und dann entscheiden. Dann ist jeder Baum in seiner Komplexität anders und es ist daher schwierig, ein skalierbares Standardmodell von einem Baumhaus, welches in jedem Garten stehen kann und für jeden adaptierbar ist, zu entwickeln. Und nicht zuletzt sind da noch die Sorgen der Eltern: birgt ein Baumhaus nicht eine hohe Verletzungsgefahr für mein Kind? Wie muss ich die Sache angehen, ohne meinen Baum langfristig zu verletzten oder ihm zu schädigen? Viele trauen es sich auch einfach nicht zu, so etwas sicher genug bauen zu können.

 

  • Ihr seid beide noch sehr jung, wie erlebt ihr die Unternehmerszene und welche Tipps habt ihr für andere Jungunternehmer?

Natürlich ist es sehr schade, dass man auf kollegialer Ebene auf eher wenig Gleichgesinnte trifft, die meisten in unserem Alter interessieren sich noch nicht für Unternehmertum. Andererseits kommt uns aufgrund unseres Alters von den Leuten ein grosses Interesse zu und sie sind schnell bereit, eine Mentorrolle für uns einzunehmen: davon können wir sehr profitieren. Schade ist, dass wenn es um die Diskussion von Geschäftsmodellen geht, wir oft weniger ernst genommen werden, denn unser Tagesgeschäft ist das ja offensichtlich (noch) nicht. Aufgrund meinem handwerklichen und nicht-akademischen Hintergrund fühle ich mich aber nicht weniger ernst genommen, steht der Beruf in Zusammenhang mit dem Produkt hören einem die Leute zu. Grundsätzlich lautet unser Tipp, nicht von der Unternehmerszene zurückzuschrecken auch wenn sie weit entfernt vom Tagesgeschäft scheint, sondern seinen Jungunternehmerbonus auszuspielen, möglichst früh anzufangen solange man noch wenige Verpflichtungen hat und sich so schnell wie möglich einen Mentor zu suchen. Er kann der Schlüssel für schnelles Vorankommen sein, denn bei Fragen hat er aufgrund seiner Erfahrung oft schon ein Ratschlag oder eine Lösung. Einen Mentor zu finden ist oft auch gar nicht so schwierig wie man sich das vorstellt, fragt man unverbindlich nach Rat, ist offen und hilft sich gegenseitig ergibt sich das meist von fast alleine. Auch Wettbewerbe wie der BBCW können einem gut dabei helfen: wir haben hier unseren motivierten Coach Peter Michel kennengelernt, bekamen qualitative Feedbacks und konnten viele Kontakte knüpfen. Wem das alles aber noch zu weit weg erscheint bietet das Internet vor allem gerade für junge Interessierte viele tolle Möglichkeiten: ich persönlich empfehle hierfür Youtube, Matthew Mockridge beispielsweise produziert tolle Podcasts zum Thema, die höre ich mir immer besonders gerne in meiner Freizeit an!